Unser nächstes Mitgliedertreffen findet am
Dienstag, den 13.08.2019 um 18:00 Uhr in der
INFO-Zentrale in der Rüstersieler Straße 56 statt!

 

Zum Tag der Artenvielfalt

Treffen mit OB-Kandidat Carsten Feist

Im Stadtpark trafen sich Vertreter der Umweltverbände BUND und NABU Wilhelmshaven zu einem Austausch mit dem parteilosen OB-Kandidaten Carsten Feist.

Im Rahmen des Gespräches stellten sich BUND und NABU als Mitgliederverbände vor und tauschten sich über verschiedene Themen mit dem Kandidaten aus.

Treffen mit OB-Kandidat Dr. Niels Weller

 

In der NABU-Infozentrale fand ein Gespräch zwischen Dr. Niels Weller und den Umweltverbänden NABU und BUND Wilhelmshaven statt. Das Gespräch diente dem Informationsaustausch und fand auf Bitten von Dr. Weller statt.

 

Im Gespräch gab es einen Austausch über verschiedene für die Umweltverbände bedeutsame Themen (touristische Entwicklung, Banter See, Schleuseninsel, Flächenverbrauch, weitere Themen ...).

Torf gehört ins Moor!

 

Bereits der römische Chronist Plinius d. Ä. beschrieb um das Jahr 47 n. Chr. die an der Nordseeküste siedelnden Chauken als „auf hohen Erdhügeln lebend“ und „die vom Nordwind erstarrten Glieder durch Erde wärmend.“ Gemeint hatte Plinius den getrockneten Torf, einem in Moor entstehenden, organischen Sediment und jahrtausendealtes Heizmittel, den Gärtnern als kultivierendes Düngemittel wohlvertraut. Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Torfgewinnung industrialisiert und fand Einzug in den Gartenbau.

 

Torf besteht aus Torfmoosen mit erstaunlich wasserspeichernden und luftdurchlässigen Eigenschaften: sie nehmen bis zum 30fachen ihres Trockengewichts an Flüssigkeit auf. An sich nährstoffarm, können sie mit Dünger angereichert und im PH-Wert an jede Kulturpflanze angepasst werden. So findet sich bis heute das Produkt in den Regalen der Gärtnereien, Bau- und Supermärkte, zumeist als Beimischung in Blumenerden. Im Erwerbsgartenbau wie der industriellen Gemüsezucht werden durchschnittlich 56% des wertvollen fossilen Rohstoffes eingesetzt. Hobbygärtner stellen mit rund 44% ebenfalls eine nicht unerhebliche Nutzergemeinschaft dar. Der jährliche Verbrauch von Torf in Deutschland entspricht nach Hochrechnungen des NABU Niedersachsen 10 Millionen m³. Davon stammen 7 Mio. m³ aus dem eigenen Land, genauer werden 73% aus den einstigen Hochmooren Niedersachsens gewonnen. Der begehrte Weißtorf wird aus den bisher noch intakten Ökosystemen des Baltikums importiert.

 

Torfabbau ist auch immer zugleich Raubbau an der Natur und nicht zuletzt an der eigenen Kultur. Von den einst 1,5 Mio. Hektar umfassenden deutschen Moorflächen mit ihrer einzigartigen, spezialisierten Flora und Fauna gingen 95% unwiederbringlich verloren. Doch der Industriezweig blüht. Besonders Niedersachsen steht als Moorland in der Verantwortung.

 

1-2mm brauchen Moore jährlich, um zu „wachsen“. Durch Ablagerungen des sich, aufgrund des sauerstoffarmen, wässrigen Milieus nur teilweise zersetzten Pflanzenmaterials schichteten sich über einen Zeitraum von 7000 Jahren die für den Norden typischen Hochmoore an. Moor ist nicht gleich Moor. Es gibt viele Moortypen, oft in kleinräumigen Vernetzungen, was eine große Standortvielfalt bedeutet. Spezialisten aus der Tier- und Pflanzenwelt haben sich an die extremen Bedingungen angepasst: neben den dominanten Torfmoosen, blühen selten gewordene Gewächse wie das Sonnentau, die Rosmarinheide oder Sauergräser wie das Wollgras. Der zur Paarungszeit knallblaue Moorfrosch oder die Nordische Moosjungfer sind, wie die meisten Tierarten dieser verlorenen Wildnis, stark gefährdet. Ebenso hat das Moor Funktion als Rast- und Brutstätte für Kraniche oder Goldregenpfeifer.

 

Ist die Moorfauna einmal komplett „abgetorft“, kann der Boden nicht erneut als Moor renaturiert werden. Der großflächige Abbau setzt zugleich enorme, schädliche Mengen an Co2 frei, denn pro Hektar und Jahr werden im Moorboden bis zu 7 t Kohlenstoff fixiert. Beim  Moorbrand in Meppen wurden schätzungsweise 1,4 Millionen Tonnen Co2 in die Luft abgegeben. Zeit umzusteigen! Denn ihr Garten blüht auch ohne Torf.

 

Moorschutzreferentin Dr. Mona Gharib vom NABU Niedersachsen stellte während eines Vortrages beim Wilhelmshavener NABU Ziele des Moorschutzes und praktische Alternativen zur Torferde vor. Bereits als  Projektleiterin von „Terra Preta in Niedersachsen“ des BUND engagierte sie sich leidenschaftlich für gesunde Böden und der Erforschung mineralischer Mehrstoffdünger.

 

Frau Gharib, „Torffrei gärtnern“ ist ein Aufruf des NABU für einen bewussten Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und zum Klimaschutz. Warum werden die Moore nicht rigoros unter Schutz gestellt?

 

Die Torf- und Erdenindustrie ist in Deutschland ein starker Wirtschaftsfaktor, was den Schutz schwer macht. In Niedersachsen sind viele der langfristig laufenden Verträge veraltet und dringend überarbeitungsbedürftig. Jede Pflanze, jedes Küchenkraut, das Sie im Topf nach Hause nehmen, ist in Torf kultiviert worden. Zwar gibt es in der Torfbranche beispielhafte Vorreiter, die sich für einen umweltverträglichen Abbau stark machen, aber Torf ist nicht das ideale Mittel zur Bodenverbesserung. Die Politik ist in der Pflicht, den Abbau zu reduzieren, weiterzudenken. Ob in Niedersachsen oder woanders: Der Torf gehört ins Moor!

 

Welche Alternativen gibt es zum Torf?

 

Inzwischen gibt es in vielen Discountern günstige Angebote torffreier Erden. Auch Kompostmischungen aus dem eigenen Anbau, versehen mit Grünschnitt oder - bei der Aufzucht mit Sand - sind effektiv und günstig. Der Erwerbsgartenbau greift oft auf Kokosfasern zurück. Diese Alternativen sehen wir vom NABU zwar als dankbare Ergänzung, aber nicht weniger ressourcenschädigend. Seit 2013 wurden mit Rindenhumus erfolgreiche Versuche unternommen, Pflanzenanzuchten mit weniger Torf zu kultivieren. Der Weg ist optimierbar.   

 

Was genau ist Terra Preta?

 

Die Technik des Terra Preta (portug. „schwarze Erde“) stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet, wo der Boden recht nährstoffarm ist. Es ist ein Gemisch aus zertifizierter Pflanzenkohle und organischen Bestandteilen wie Grünschnittkompost und abgelagerten Dung aus der Biohaltung. Das Substrat nimmt dank seiner enormen Absorptionsfähigkeit, Nährstoffe und Wasser wie einen Schwamm auf. Dadurch bleibt der Boden länger feucht und über Jahre mit Nährstoffen angereichert. Jeder Hobbygärtner kann es einfach selbst herstellen.

 

Maren Torhoff

 

Kurzanleitung Terra Preta Erde selbst herstellen

 


75% reifer Kompost
max. 20% Dung vom Biohof (1 Jahr abgelagert)
Urgesteinsmehl (zur Mineralstoffanreicherung)
10% zertifizierte Pflanzenkohle (EBC zertifiziert)
Pflanzenkohle muss vor dem Einsatz gewässert & aktiviert werden
 
Gefäß auskleiden mit Teichfolie, im Boden ein Loch für den Wasserabfluss lassen, Komponenten mischen und zerkleinerte Biomassen zu 10% mit dem Pflanzenkohle-Urgesteingemisch vermengen, lagenweise verdichten und luftdicht verschließen. 

 

4-6 Wochen bei 20 -35°C fermentieren, Gemisch entnehmen (hat seine optische Struktur kaum verändert!) – mit Erde (Substrat) im Verhältnis 1:2 mischen und 1 Woche ruhen lassen

 

28.02.2019

In vielen Gärten und in der Landschaft schauen die Vögel bereits in Nistkästen hinein, beginnen die Reviere neu zu besetzen und starten dann in die neue Brutsaison; ein guter Zeitpunkt um schnell noch einmal Hand an den Garten zu legen und fehlende Nisthilfen aufzuhängen.

 

Mit Unterstützung des NABU Wilhelmshaven erhielt jetzt auch der Botanische Garten Wilhelmshaven Nisthilfen für verschiedene Höhlenbrüter und Fledermäuse. Gleich nach der Aufhängung fanden sich auch schon die ersten interessierten Bewohner ein und inspizierten die neuen Luxuswohnungen.

 

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