Igelstation Familie Sindern

Bei Fragen zu Igeln und deren Überleben können Sie sich an Frau Imke Sindern - NABU-Wilhelmshaven -   Tel.: 04421/50 71 80  wenden.

Die Igelstation stellt sich vor

Familie Sindern

 

Im Norden der Stadt Wilhelmshaven betreuen wir im Auftrag des Tierschutzvereins Wilhelmshaven und in Kooperation mit dem NABU Wilhelmshaven e.V. eine Igelstation. Ca. 120 – 140 Igel finden jährlich aus den unterschiedlichsten Gründen den Weg zu uns.

Die Igel-Hauptsaison ist der Herbst. Im Spätsommer geboren, muss der Igelnachwuchs sich kräftig „ranhalten“, um pünktlich mit dem Einsetzen der Frostperiode kräftig und schwer genug zu sein, um den Winterschlaf gut zu überstehen. Leider wird im Internet und in Büchern noch immer ein Körpergewicht von 500g als Mindestmass für Anfang November angegeben, damit ein Igel den Winterschlaf übersteht. Berücksichtigen muss man jedoch unsere geografische Lage mit dem dementsprechend späten Winteranfang. Gerade in den letzten Jahren wurde es erst um die Weihnachtszeit richtig kalt, und so lange sollten gesunde Igel dann auch nicht „eingesammelt“ werden. Besser ist es, den zu leichten Igel im eigenen Garten mit einem Gemisch aus Katzenfeuchtfutter und Haferflocken zuzufüttern. In dieser Jahreszeit zwischen Oktober und Dezember bekommen wir ca.75 Prozent unserer Igel. Diese so genannten „Herbstigel“ sind in der Regel untergewichtig und leiden unter einem starken Befall mit Außen- und Innenparasiten. Nach der Entwurmung nehmen diese Igel in der Regel sehr gut zu, und können häufig mit einem Gewicht von 600-700g noch im Spätherbst in die Natur entlassen werden.

In den Monaten Januar bis März wird es nach und nach immer ruhiger bei uns, und es werden kaum noch neue Igel gebracht. Die Igel jedoch, die um die Jahreszeit abgegeben werden, sind häufig in einem sehr schlechten und kritischen Zustand. Zu lange dauerte schon der Zustand des Hungerns!

Die zu dieser Zeit noch verbliebenen Herbstigel gehen nach Erreichen des nötigen Gewichts in den kontrollierten Winterschlaf. Sie jetzt noch auszusetzen, würde den Tod der Igel bedeuten. Die Igel bekommen ihr Winterquartier in Winterschlafboxen auf unserer Terrasse und schlafen nach einigen Tagen dort ein.

In den Monaten April bis Mai werden unsere Winterschläfer wach. In der Regel haben sie ca. ein Drittel ihres Gewichtes verloren. Gott sei Dank hat jeder Igel seinen eigenen Aufwach-Rhythmus, und so können wir die Igel nach und nach wieder auffüttern. Wenn die Igel ihr Ursprungsgewicht erreicht haben, werden die Finder informiert, und die Igel treten ihre Heimreise an, um ausgewildert zu werden.

In den Monaten Mai bis Juli ist dann durchatmen angesagt. Nur einige wenige Igel werden gebracht. Häufig handelt es sich um verletzte Igel, die gesund gepflegt werden. Typische Verletzungen sind in dieser Zeit großflächige Wunden durch Rasentrimmer, Hunde- und Katzenbisse, abgeschnürte Gliedmaße durch Netze (Fußballtore, Kleintiernetze, Obststräuchernetze) oder Verletzungen durch Verkehrsunfälle.

Anfang bis Mitte August fängt bei uns die „Babysaison“ an. Verwaiste Igelsäuglinge werden dann mit der Flasche und Katzenmilch aufgezogen, und müssen später auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden.                     

Tipps aus unserer Igelstation

Wann brauchen Igel Hilfe?   

 

In unseren Städten finden manche Igel nicht genügend Nahrung. Im Spätherbst, wenn es auf den Winterschlaf zugeht, sind junge Igel oft untergewichtig. Damit Igel, die nicht überlebensfähig wären, den Winter überstehen, betreibt der Tierschutzverein eine Igelstation. Aber auch für weniger geschwächte Igel kann jeder etwas tun.

Für die Beurteilung, ob ein Jungigel im Herbst aufgenommen werden muss, weil er untergewichtig ist, gilt die folgende Faustregel für Norddeutschland:

Igel, die tagsüber  herumirren und unter dem Gewicht liegen, müssen aufgenommen werden.   

Anfang Oktober             unter 300 g Körpergewicht

Anfang November           unter 400 g Körpergewicht

Anfang Dezember                    unter 500 g Körpergewicht

Bei der Beurteilung muss unbedingt die Wetterlage berücksichtigt werden!!! Bei geschlossener Schneedecke und Dauerfrost finden Igel keinerlei Nahrung. Igel, die unter solchen Bedingungen nicht im Winterschlaf sind, gehören zu dieser Zeit unbedingt ins Haus!!!

Weitere Kriterien der Hilfsbedürftigkeit:

  • Der Igel liegt offen auf dem Boden
  • Besatz mit Fliegeneiern und / oder Fliegenmaden
  • Taumelnder Gang, Husten, rasselnder Atem
  • Offensichtliche Verletzungen / Brüche / Blutungen / Lähmungen
  • Starke Abmagerung, Apathie
  • Igelsäuglinge, die die Augen und Ohren noch geschlossen haben und sich eventl. auch noch kühl anfühlen brauchen dringend Hilfe

Grundsätzlich gilt jedoch: Der Igel ist ein Wildtier. Daher sollte die Pflege in Gefangenschaft nur so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig erfolgen!

Zufüttern im Garten:

Igel, denen man im Herbst hilft stark zu werden, brauchen im Winter nicht aufgenommen zu werden. Deshalb ist es sinnvoll, ab Mitte September eine geschützte Futterstelle einzurichten, und Igel bis zum Einsetzen von Frost zuzufüttern. Auch im Frühjahr, wenn die Igel aus dem Winterschlaf erwachen, ist das Nahrungsangebot knapp. Hier sollte von Anfang April bis Anfang Mai zugefüttert werden.

Wichtig: Tägliches Säubern der Futterstelle!!!

Bauanleitungen für Igelfutterstellen (und weitere nützliche Tipps) findet man unter www.pro-igel.de         

Futterstellen

©Imke Sindern

Wilhelmshavener Zeitung v. 4.10.2013
Wilhelmshavener Zeitung v. 4.10.2013

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